• Isabella Gyr

Zusammen erfolgreich: So können Management und Mitarbeiter den digitalen Wandel vorantreiben


Der digitale Wandel verändert unser Berufsleben – das ist ein Fakt, der nicht mehr ignoriert werden kann. Und auch wenn sich einige Unternehmen noch etwas schwer tun, der Ruf nach Change und Innovationskultur wird deutlicher.



Die heutigen Mitarbeitenden wollen die Zukunft gestalten und nicht gestaltet werden.


Schaut man sich einmal konkret den Arbeitsalltag an, zeigt sich die Digitalisierung zum Beispiel in den Tools, die uns zu Verfügung stehen. Sie ermöglichen ein neues, vereinfachtes Arbeiten – wenn sie denn verstanden werden. Das zu fördern, muss Anspruch der Führung sein, denn letztendlich profitiert das ganze Unternehmen davon. So ist es zum Beispiel sehr viel einfacher geworden, selber Videos zu machen, zu schneiden zu vertonen. Wofür früher ganze Agenturen oder freie Mitarbeiter gebucht wurden, können die Teams mit Hilfe von Tools selber ansetzen und Ideen umsetzen. Und diese Möglichkeiten setzen sich im Arbeitsalltag fort.


Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch einen kulturellen Wandel im Arbeitsleben. Mit neuen Möglichkeiten ändern sich auch die Ansprüche an den Job und an die Führung. Gut möglich, dass traditionelle Unternehmen und Angestelltenverhältnisse sich immer mehr auflösen und die Menschen viel projektbezogener arbeiten. Dass sich Leute mit gleichen Interessen zusammenschließen und gemeinsam für Unternehmen Dinge kreieren. Ich finde das auf jeden Fall eine spannende Entwicklung. Nachdem sich das "Arbeite, wann und wo du willst“ durchgesetzt hat, kommt als nächstes noch das „Arbeite mit wem du willst“ hinzu. Eine digitale Kultur kann sich am besten entwickeln, wenn sie überzeugend vorgelebt wird. Hierzu ein aufschlussreicher Artikel des Zukunftsinstitut: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/digitalisierung/beziehungen-statt-bytes-digitale-transformation-ist-eine-frage-der-fuehrung/


Rebel Talents und Innovation Leadership


Beide Entwicklungen können ein Gefühl der Unsicherheit mit sich bringen. Man spricht vom VUCA Zeitalter. VUCA steht für Volatility, Uncertainty, Complexity & Ambiguity (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit). Es gibt keine klare Prognose wo es hin geht, was der nächste Big Step ist. Mitarbeiter fragen sich: Welche Tools und neuen Skills muss ich können? Wie verändert sich mein Jobprofil? Muss ich mich neu erfinden? Auch das Management ist gefordert. Ihnen stellen sich ja dieselben Fragen. Zusätzlich stellt sich auf der Führungsebene die Frage, wie mit der Unsicherheit umzugehen ist, wie man Mitarbeiter auch in ungewissen Zeiten sinnvoll und inspirierend leiten kann. Hinzu kommt die Anforderung wie man überhaupt die richtigen Leute für das eigene Unternehmen anzieht – zum Beispiel die, die mit genau dieser VUCA Welt gut umgehen können. Zum Beispiel sogenannte Rebel Talents, wie sie etwa die Harvard Business School Professorin Francesca Gino in ihrem Buch „Rebel Talents – Why it Pays to Break the Rules at Work and in Life“ beschreibt. Ihre Grundannahme ist, dass Rebel Talents - Menschen, die bewusst nicht den Regeln folgen oder große Schwierigkeiten haben, dies zu tun - gut für das Geschäft sind. Der Grund dazu ist folgender. Sogenannte Rebel Talents handeln auf besondere Weise, um ihre Ziele zu erreichen - sie "brechen, verwandeln und erschaffen" – also genau das was es braucht, wenn die Rezepte von gestern nichts mehr taugen. Bist du auch ein Rebel Talent? Mach hier den Test: https://www.rebeltalents.org/the-rebel-test


Es gilt also einen Weg zu finden in dieser VUCA Welt und sich proaktiv in neue Felder vorzupreschen. „Lebenslanges Lernen“ ist kein Buzzword, sondern Realität. Wie immer wenn man die Komfortzone verlässt, bietet sich die Chance, neue Potenziale und Leidenschaften zu entdecken. Uns werden dank der Digitalisierung Tools an die Hand gegeben, die uns ungeahnte Möglichkeiten aufzeigen. Das Thema Datenanalyse zum Beispiel, ist kein Rocket Science mehr, sondern kann dank schlauer Programme von allen bedient werden und uns ganz neue Zugänge zu Themen verschaffen. Hürden, die bisher zu groß schienen, werden jetzt aus dem Weg geräumt, was für Menschen mit natürlicher Neugier, Erfindergeist und Unternehmer-Spirit neue Türen öffnet. Treffen also inspirierende Führungspersonen mit glaubwürdigem Pioniergeist auf intrinsisch motivierte Mitarbeiter, finden Unternehmen den Erfolg im Wandel.  


4 Tipps, um den Wandel anzutreiben


  1. Innovation Leadership: Flache Hierarchien, Coworking und flexible Arbeitszeiten – Führungspersonen sind besonders gefordert in der digitalen Transformation. Überträgt man Mitarbeitenden mehr Verantwortung und Autonomie funktionieren die Führungsrezepte von gestern nicht mehr. Die Mitarbeiter von heute wollen die Zukunft gestalten und nicht gestaltet werden. Es braucht also glaubwürdige Innovation Leader mit Pioniergeist, die reflektiert und mit Haltung mutige Entscheide mit Vorbildcharakter fällen.

  2. Gemeinsam wachsen: Es hilft sich zusammenzutun. Zum Beispiel in Masterclass-Gruppen oder Tandems, um Wissen und Erfahrung auszutauschen. Das Management kann das aktiv fördern, indem es mit guten Beispiel vorangeht oder Experten an Bord holt, die bei der Strukturierung helfen und Möglichkeiten des Austausches aufzeigen. So können Movements losgetreten und Eventserien eingeführt werden. Durch das Gruppengefühl, das hier entsteht, werden auch kritische Kollegen besser abgeholt.

  3. Zugang zu Tools vereinfachen: Je leichter Mitarbeiter an die Tools kommen, desto eher benutzen sie diese auch. Das klingt einfach, doch bei vielen Firmen hapert es genau daran. Eine leicht auffindbare Plattform, die für alle zugänglich ist und ggf. auch Einstiegshilfen anbietet, ist die beste Lösung, um die Innovationskultur zu fördern.

  4. Erfolgsgeschichten erzählen: Ob firmeninterne Erfolge, gelungene Produktentwicklungen dank neuer Tools oder Positiv-Beispiele aus anderen Unternehmen: Wer Beweise sieht, glaubt daran und zieht auch zukünftig beim Wandel mit.

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